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Lesender Apostel

Künstler:
Ferdinand Bol (1616 Dordrecht – Amsterdam 1680)
Jan Lievens (1607 Leiden – Amsterdam 1674) : alte Zuschreibung
Rembrandt Harmenszoon van Rijn (15.7.1606 Leiden – Amsterdam 4.10.1669)
: alte Zuschreibung

Vorderseite

Autor: Uwe Golle, Carsten Wintermann
Klassik Stiftung Weimar-Graphische Sammlungen

Maße: 365 x 262 mm

Technik: Vorzeichnung mit Feder in Eisengallustinte, Pinsel in Rußtusche,
teilweise gewischt, grau laviert, Kohle, Rötel, weiße Kreide und Bleiweiß

Datierung: um 1640
zweite Hälfte 1630er Jahre (RKD)
um 1629 (Münz)

Rückseite

Eine vollflächige Kaschierung wurde in der Vergangenheit vor allem im Randbereich beschädigt. Teilweise finden sich dünne Bereiche im Zeichnungsträger sowie Klebstoff- und Falzreste alter Montierungen.

Rückseite

Durchlicht

Im Durchlicht sind die ausgedünnten Bereiche des Trägermaterials deutlich sichtbar. Die Papierstruktur ist wegen der Stärke der Kaschierung nur bedingt auswertbar. In den weniger stark vermalten Flächen kann man erkennen, dass die Papierstruktur der Kaschierung um 90° gegen die Papierstruktur der Zeichnung gedreht ist.

Durchlicht

Papierstruktur

In der automatisch generierten Bildsubtraktion sind die Papierstrukturen des Trägermaterials und der Kaschierung gut sichtbar und auch messtechnisch auswertbar. Erst in dieser Aufnahme ist ein Wasserzeichen im Kaschiermaterial nachweisbar. Der Schriftzug mit den Buchstaben „C.D.“ wurde noch nicht identifiziert.
Weiterhin sind neben den erwähnten dünnen Materialbereichen nun auch Hinterklebungen und verschiedene Risssicherungen eindeutig sichtbar.

Vorderseite Phaseshift

Farben

In der UV-Aufnahme werden insbesondere organische Materialien visuell verstärkt angezeigt. Auch Eisengallustinte wird wegen der enthaltenen Tannine deutlicher sichtbar. Insbesondere im Gesicht und Bart heben sich die Tintenlinien selbst von der reichlich aufgetragenen Rußtusche ab. Blau fluoreszierend sind Weißkorrekturen an Kopf, Arm und Tischtuch nachweisbar.

Vorderseite UV

Zeichenmittel

Die automatisiert generierte UV-Falschfarbenaufnahme erlaubt eine ganzheitliche visuelle Differenzierung der verwendeten Zeichenmittel und grundsätzliche Aussagen über die Werkgenese.
Im Gegensatz zur reinen UV-Aufnahme sind sämtliche Weißkorrekturen nun deutlich gelb sichtbar; so auch im Hintergund. Durch die blaue Fluoreszenz unterscheiden sich die Flecken links unten. Sie sind nicht im Zuge der Weißkorrekturen aufgebracht worden.

Vorderseite UVFC

Konturenzeichnung

Die Infrarotaufnahme zeigt zunächst ein deutliches Verblassen der Tintenzeichnung im Bereich des Kopfes und des Bartes. Dies stützt die bereits ausgeführte Annahme, dass es sich um Eisengallustinte handelt.
Da die Zeichnung überwiegend kräftig mit Rußtusche laviert wurde, zeigt die IR-Aufnahme keine weiteren Details.

Infrarot

Zeichenmaterialien

Mittels der automatisch aus den angefertigten Aufnahmen verschiedener Wellenlänge generierten IR-Falschfarbenaufnahme sind die bei der reinen IR-Aufnahme besprochenen materiellen Eigenschaften der Zeichnung deutlich unterscheidbar.
Anders als bei der reinen IR hebt sich in der durch die X1spectral automatisiert generierte IRFC deutlich differenziert die Lavierung von weiteren Zeichenmaterialien ab. Dabei erkennt man jetzt eine aufgesetzte Rötelzeichnung im Mantelsaum ebenso, wie die Vorzeichnung in Eisengallustinte.

IRFC

Vorzeichnung

Digitale Rekonstruktion der Vorzeichnung:
Auf Grund der pixelgenauen Aufnahmen der X1spectral in allen Wellenlängenbereichen, kann nun mit kameraeigenen Algorithmen die Vorzeichnung digital rekonstruiert werden. Die Leistungsfähigkeit dieses Systems zeigt sich auch im direkten Vergleich mit der Darstellung der Elementverteilung des Eisens aus der Tinte mit einem Röntgenportalscanner M6 der Firma Bruker Nano GmbH.
Während der RFA-Scan visuell nicht zwischen dem Eisen aus der Tinte und dem im Mantelsaum verarbeiteten Rötel unterscheiden kann, zeigt die digitale Rekonstruktion nur die Tintenvorzeichnung.

Rekonstruktion

Rekonstruktion

RFA

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